verrueckte-experimente.de

Die etwas andere Geschichte der Wissenschaft

Englischer Blog

Unter www.weirdexperiments.com berichte ich laufend über neue Seltsamkeiten aus der Wissenschaft (zum Beispiel über von Filmen inspirierte Titel wissenschaftlicher Arbeiten wie "The Good, the Bad and the Outsourced", "Sex, Lies and Herbizides" oder "One Flew Over the Cardiologists Nest".

Neue Experimente auf der Site von NZZ Folio

Die beiden Verrückte-Experimente-Bücher versammeln zum Teil Kolumnen, die ich für NZZ Folio, das Monatsmagazin der Neuen Zürcher Zeitung, geschrieben habe, wo ich als Redaktor arbeite. Neue verrückte Experimente gibt es jeden Monat hier.

Neu gibt es auch eine Facebookseite über das "Buch der verrückten Experimente". 

Fernsehauftritte

Auch SpiegelTV berichtete über die verrückten Experimente. Wer befürchtet, es gäbe in diesem Filmbeitrag nichts Neues: Ich habe mir für einmal ein anderes Hemd angezogen.

Hier der Clip von Stefan Raab in TV Total.

Das Video vom Auftritt bei Aeschbacher können Sie sich hier rechts anschauen.

Aeschbacher vom 25.02.2010

Können Babies Rollschuh laufen?

Dieser Werbefilm von Evian machte kürzlich Furore. Was die Filmer wahrscheinlich nicht wussten: Es gab tatsächlich ein Baby, das mit 13 Monaten Rollschuh laufen konnte.

Die Psychologin Myrtle McGraw versuchte mittels der Zwillinge Jimmy und Johnny Woods herauszufinden, wie sich die Frühförderung auf die motorische Entwicklung von Kindern auswirkt. Sie liess Johnny ein elaboriertes Förderungsprogramm durchlaufen, währenddessen Jimmy nicht gefördert wurde.

Johnny entwickelte tatsächlich erstaunliche Fähigkeiten. Er konnte zum Beispiel mit 13 Monaten Rollschulaufen. Später holte Jimmy seinen Rückstand aber auf. Sehen Sie sich das Video mit Johnny und Jimmy aus dem Jahr 1932 an (mehr dazu im "Neuen Buch der verrückten Experimente" S. 65).

 

Das verrückteste Experiment aller Zeiten ist ...

Die Besucher von verrueckteexperimente.de und der Englischen Schwestersite weirdexperiments.com haben entschieden: In einer Webumfrage kürten sie "Die drei Christusse von Ypsilanti" aus dem Jahr 1959 zum verrücktesten wissenschaftlichen Experiment aller Zeiten.

Das Experiment bestand darin, drei  Männer zusammenzubringen, die alle glaubten, sie seien Jesus, und zu beobachtete was geschah. Es wurde vom amerikanischen Psychologen Milton Rokeach in der psychiatrischen Klinik Ypsilanti in der Nähe von Detroit durchgefüht. Mehr.

Auf dem zweiten Platz landete eine Schweizer Studie aus dem Jahr 1955. Psychiater der Heil- und Pflegeanstalt Friedmatt in Basel versuchten Schizophrenie zu diagnostizeiren, indem sie sich Netze von Spinnen anschauten, denen der Urin von Schizophrenen verabreicht worden war. Mehr.

Im dritten Rang findet sich der rumänische Gerichtsmediziner Nicolas Minovici, der einem Assistenten befahl, ihn und einige seiner Mitarbeiter zwölf Mal zu erhängen, um herauszufinden, was dabei genau passiert. Dieser Versuch wurde um 1900 unternommen. Mehr.

Kontakt für Interviews oder Bildmaterial: r.schneider (at) nzz.ch


Nicolas Minovicis Studien zum Erhängen landeten auf dem dritten Platz.

Rangliste der verrücktesten Experimente

1. Die drei Christen von Ypsilanti (1959)         

Milton Rokeach führte 1959 drei Männer zusammen, die glaubten, ein und derselbe zu sein. Mehr (17% Stimmen)

2. Urin im Spinnennetz (1955)                       

Wissenschafter versuchten Schizophrenie zu diagnostizeiren, indem sie sich Netze von Spinnen anschauten, denen der Urin von Schizophrenen verabreicht worden war. Mehr (15% Stimmen)

3. Der Mann, der sich 12 Mal erhängte (1905) 

Anfang des letzten Jahrhunderts entdeckte Nicolas Minovici eine offene Frage in der medizinischen Literatur: Wie fühlt sich Erhängen an? – Er scheute keine Mühen, sie zu beantworten. Mehr (13% Stimmen)

4. Auf brillante Weise nichts sagen (1970)       

Der Schauspieler Michael Fox zeigte: Selbst Experten glauben jeden Unsinn - wenn er bloss gekonnt vorgetragen wird. Mehr (12% Stimmen)

5. Ein Jahr im Bett (1986)                              

Vor 23 Jahren legten sich elf gesunde Männer in Spitalbetten und standen ein Jahr lang nicht mehr auf. Mehr (10% Stimmen)

6. Kreuzigung im Wohnzimmer (1984)            

Gerichtsmediziner Frederick Zugibe hat ganz eigene Methoden, das Leiden Christi zu untersuchen. Mehr (10% Stimmen)

Die Website

Sie sind auf verrueckte-experimente.de gelandet, einer Website, die sich seltsamen wissenschaftlichen Versuchen widmet. Sie können hier allerlei bizarre Filmclips sehen (natürlich auch jenen mit der Kreuzigung im Wohnzimmer), den Verrückte-Experimente-Quiz lösen und Tests und Animationen in Zusammenhang mit den Experimenten anschauen. 

Ausführlichere Beschreibungen der Versuche finden Sie im "Buch der verrückten Experimente" und im eben erschienenen "Neuen Buch der verrückten Experimente" (Leseproben). Hier erfahren Sie mehr zu den chern und über mich, den Autor.

Ein Teil der Texte ist zuvor in meiner Kolumne Das Experiment im NZZ Folio erschienen, dem Monatsmagazin der Neuen Zürcher Zeitung

Beitrag in 10vor10 vom 8. Mai 

Ein Säugling, der Rollschuh läuft

Vor 70 Jahren versuchte Myrtle McGraw herauszufinden,
welche Wirkung die Frühförderung bei Säuglingen hat. Ihre Versuchspersonen
Johnny und Jimmy Woods wurden berühmter, als ihr lieb war.
Film
Leseprobe aus dem Buch

Bei Ejakulation bitte Tabulator drücken

Dan Ariely wollte wissen, wie sexuelle Erregung
Entscheidungen beeinflusst. Er wickelte Tastaturen in Cellophan und bekam es mit
der «Kommission der wütenden Frauen» zu tun.
Leseprobe aus dem Buch

Fallende Katzen

Die Aufnahmen der fallenden Katze von Étienne-Jules Marey aus dem Jahr 1894 (unten) wurden in einer Fachzeitschrift publiziert: Mecanique animale: Des mouvements que certains animaux executent pour retomber sur leurs pieds lorsqu'ils sont precipites d'un lieu eleve, (La Nature, S. 369-370).

Mit diesem Film konnte Marey das Rätsel lösen, wie es eine Katze schafft, immer auf allen Vieren zu landen (das können übrigens auch Hunde und Kaninchen. Sehen Sie selbst).

Roboter trifft Hund

Dieses Experiment führte zu einer formalen wissenschaftlichen Publikation unter dem Titel "Social behaviour of dogs encountering AIBO, an animal-like robot in a neutral and in a feeding situation" (pdf).