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Die etwas andere Geschichte der Wissenschaft

Filmclips 1920-1939

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1920 Dem kleinen Albert wird Angst gemacht (Buch 1, S. 77)

War sein Name wirklich Albert? Albert B., wie er in der Studie genannt wird? Dann könnte man ihn vielleicht noch finden. Mitte achtzig müsste er sein. Doch wahrscheinlich wüsste er selbst gar nicht, dass er der berühmte "Little Albert" ist, dessen Schrei jeder Psychologiestudent kennt. Neun Monate alt war er, als der Film entstand, in dem ihm der Psychologe J. B. Watson so konditioniert, dass er sich schliesslich vor einer weissen Ratte fürchtet. Daran ließe er sich heute vielleicht noch erkennen: an seiner ausgeprägten Angst vor weißen Ratten. Hier Ausschnitte aus dem Film.

1928 Der lebende Hundekopf (Buch 1, S. 94)

 

Mit diesen Aufnahmen wollte die Sowjetunion ihre Fortschritte in der Chirurgie demonstrieren. Die amerikanische Wissenschaftszeitschrift "Science and Invention" fragte begeistert: "Verblassen vor dem ständigen Fortschritt der Forschung nicht sogar die wildesten Fantasien unserer Science-Fiction-Autoren?"

Schauen Sie selbst (nicht für Zartbesaitete). (Dieser Film benötigt manchmal etwas Ladezeit, den abgetrennten Kopf können Sie bei 5:35 sehen).

1930 Die Kiste des Herrn Skinner (Buch 1, S. 97)

Burrhus Frederic Skinner konnte nicht ahnen, dass die Kiste, die er in der Werkstatt der Psychologieabteilung an der Harvard University zusammenbastelte, einer der berühmtesten je für ein Experiment hergestellten Apparate werden sollte. Später benannte sich eine Rockband danach, Cartoonisten entdeckten sie für ihre Zeichnungen, und in der Trickfilmserie "The Simpsons" wurde sie parodiert: die Skinnerbox. Sogar mit dem vermeintlichen Selbstmord von Skinners Tochter wurde der "Käfig mit automatischer Fütterung" in Zusammenhang gebracht.
Links ein Ausschnitt aus einem Dokumentarfilm über Skinner.

1932 Ein Säugling, der Rollschuh läuft (Buch 2, S. 65)

 

Die Psychologin Myrtle McGraw versuchte mittels der Zwillinge Jimmy und Johnny Woods herauszufinden, wie sich die Frühförderung auf die motorische Entwicklung von Kindern auswirkt. Sie liess Johnny ein elaboriertes Förderungsprogramm durchlaufen, währenddessen Jimmy nicht gefördert wurde.

Johnny entwickelte tatsächlich erstaunliche Fähigkeiten. Er konnte zum Beispiel mit 13 Monaten Rollschulaufen. Später holte Jimmy seinen Rückstand aber auf.

 

 
Es ist nicht anzunehmen, dass die Leute, die die neue Evian-Werbung gemacht haben, das Experiment von Johnny und Jimmy kannten. Spass macht sie trotzdem.

1933 Die wundersame Vermehrung des Sirups (Buch 2, S. 77)

Die Experimente des Schweizer Pädagogen Jean Piaget gehören zu den berühmtesten in der Entwicklungspsychologie. Am bekanntesten ist wohl die Untersuchng zur Mengeninvarianz (siehe Film). Sie können den Versuch jederzeit mit Ihren eigenen Kindern wiederholen.

1938 Der Tag hat 28 Stunden (Buch 1, S. 107)

Eines der großen Rätsel der Schlafforschung war zu dieser Zeit, ob der menschliche Schlafrhythmus von 24 Stunden bloß eine Gewohnheit war – aus praktischen Gründen der Tageslänge angepasst, aber jederzeit veränderbar – oder ob es eine fest programmierte innere Uhr gab.

Um es zu lösen suchte der Schlafforscher Nathaniel Kleitman nach einem Ort, der weder Tag noch Nacht kannte. Er fand ihn in einer 20 Meter breiten und acht Meter hohen Kammer der Mammuthöhlen in Kentucky.

Dort lebten er und sein Student Bruce Richardson 32 Tage lang fern von allen Einflüssen der Sonne einen 28-Stunden-Tag: 9 Stunden schlafen, 10 Stunden arbeiten und 9 Stunden Freizeit. Richardson gewöhnte sich nach einer Woche an den neuen Rhythmus. Der 20 Jahre ältere Kleitman dagegen konnte sich bis zum Schluss nicht umstellen.

Hier ein alter Wochenschaubeitrag über das Experiment.